Anfang Juli machte ich mich mit meinem Freund Patrick auf den Weg – wir wollten zum Stella Alpina Treffen am Fuße des Col de Sommeiller in Italien. Seit 1967 findet das höchstgelegene Motorradtreffen Europas nun schon statt. Jedes zweite Juli Wochenende im Jahr, treffen sich Motorrad-Begeisterte aus ganz Europa in der Nähe der italienischen Stadt Bardonecchia im Piemont und bezwingen die Passauffahrt auf den 2.996 Meter hohen Berg.

Aber zurück zum Anfang – für Patrick und mich ist es nicht die erste Tour zu zweit. Bereits 2015 starteten wir mit dem Ziel, in sechs Tagen mit dem Motorrad vom Rheinland nach Monaco und wieder zurück zu fahren. Damals erhöhten wir den Schwierigkeitsgrad und mieden ab Basel die Autobahnen und Bundesstraßen komplett – es standen nur Pässe und kleine C oder D Straßen auf dem Plan.

Dieses Mal wollten wir es gemütlicher angehen und mieteten uns einen Hänger um entspannt bis zum Genfer See zu fahren. Wir fanden in der Nähe einen ruhigen Parkplatz, an dem wir den Hänger und das Auto stehen ließen. Dadurch sparten wir uns knapp 1.400 km Autobahn –  unsere Hintern sollten es uns noch danken.

Die knapp 350 km lange Anfahrt nach Bardonecchia führte uns über viele atemberaubende Alpenpässe wie den Grand-Saint-Bernard (wo wir eine Nacht zelteten) oder den Col de l’Iseran. Bestes Wetter begleitete uns und die Laune konnte kaum besser werden.

In Bardonecchia angekommen, begrüßte uns eine große Anzahl an Motorradfahrern – als wenn diese versuchten die komplette Stadt einzunehmen – es war verrückt. Bei unserem letzten Tankstopp vor der Auffahrt zum Treffen fielen uns vor allem die ganzen KTM-Adventure-Fahrer auf. Später haben wir herausgefunden, dass parallel zum Stella Alpina Treffen auch die KTM Adventure Rally in Bardonecchia stattfand.

Neben der Auffahrt zum Sommeiller sind wir die Pisten zum Colle delle Finestre, Assietta Kammstraße und zum Monte Jafferau gefahren. Die ganze Region rund um Bardonecchia, Salbertrand, Oulx und Sestriere bietet Motorradfahrern viele interessante off-road Möglichkeiten und das nicht nur für Experten. Bemerkenswert fand ich, wie gut Patrick mit seiner Yamaha und dem 17 Zoll Vorderrad im Gelände zurechtkam.

Das tolle am Stella Alpina ist, dass man nach den täglichen Touren abends vor den Lagerfeuern sitzend, Geschichten mit vielen Gleichgesinnten teilen kann. Wir lernten Reisende aus ganz Europa kennen, mit denen wir bis tief in die Nacht das ein oder andere Bier tranken. Das hilft einem dann später auch, trotz des Geräuschpegels einzuschlafen 😉

Besonders in Erinnerung geblieben sind uns Suzet und ihr Vater Tonnie aus den Niederlanden und die verrückte Männertruppe aus Bayern, die teilweise mit Sportmaschinen und Choppern die steinige Auffahrt zum Sommeiller angetreten sind. Aber auch die Gespräche mit anderen Besuchern über Umbauten, Ausrüstung, weitere Reisepläne und schon bereiste Länder, wären für mich ein weiterer Grund, das Stella Treffen noch einmal zu besuchen.

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